Presse 2021 – Fliegendes Auge der Retter

Aus Gross-Gerauer Echo 27.10.21

Katastrophenschutz des Kreises übt mit der Drohne
Neues Gerät im nächsten Jahr

2021 10 27 Drohme

GROSS-GERAU. Auf dem Pflaster auf der Rückseite des Feuerwehr-Stützpunkts in Groß-Gerau liegt an diesem Tag eine Matte, markiert mit einem „H“. Es ist der Start- und Landeplatz für einen ganz besonderen Helfer: eine Rettungsdrohne. Als einer der ersten Landkreise in Deutschland hat der Kreis Groß Gerau im Jahr 2016 eine solche in Betrieb genommen. Sie ist am Samstag Teil einer Probe des Katastrophenschutzes gewesen. „Bei der gemeinsamen Übung sind Teilnehmer von Feuerwehren aus dem gesamten Kreisgebiet beteiligt“, erklärt Andreas Möstl, Leiter des Fachdienstes Einsatzplanung und Katastrophenschutz beim Kreis Groß Gerau. Bei der jüngsten Übung stehen die Planung und Koordinierung der Rettungskräfte und die Kommunikation untereinander der im Mittelpunkt – und die Vorführung des fliegenden Helfers mit den Adleraugen. Das gut 10 000 Euro teure Stück war bereits bei zahlreichen Einsätzen in der Luft, zum Beispiel beim Großbrand der Lagerhalle in Groß-Gerau-Nord vor einem Jahr oder beim mehrere Tage dauernden Waldbrand in Mörfelden-Walldorf im August 2020. Das sind beides Paradebeispiele für das Einsatzgebiet der Drohne: Wo es zu risikoreich wäre, Rettungskräfte in die Gefahrenzone zu schicken, weil beispielsweise die Situation vor Ort nur schwer ab schätzbar ist, startet die Drohne zum Aufklärungsflug.

Es sind schwierige Anforderungen für Mensch und Material, weswegen jeder Drohnenpilot vor seinem ersten Einsatz zahlreiche Übungsstunden ab leisten muss. „Meine größte Herausforderung war der Brand der Tafel in Groß-Gerau“, sagt Philipp Klemstein – seine Premiere bei der Steuerung des Fluggeräts unter Einsatzbedingungen.

Doch trotz der großen Herausforderungen und der Verantwortung für teures Gerät räumt er ein: „Es ist unheimlich zufriedenstellend, wenn man sein Können im Einsatz unter Beweis stellen kann.“ Rund 15 Minuten Flugzeit sind mit der Drohne möglich. Dank fünf Ersatzakkus, die innerhalb einer Stunde vollgeladen sind, kann sie bis auf kurze Servicestopps rund um die Uhr fliegen, wenn es die Sichtverhältnisse zulassen. Denn die Piloten steuern die Drohne immer mit Sichtkontakt. Um das zu erleichtern, sind spezielle Positionslichter angebracht. Acht Einsatzkräfte stehen als Piloten und als „Kundschafter“ bereit. „Die Arbeit ist aufgeteilt, damit sich der Pilot auf das Fliegen und der Kamera-Operator auf die Filmaufnahmen konzentrieren kann“, erklärt Björn Zarges vom Katastrophenschutz des Kreises. Das Bewegtbild wird in Echtzeit an die Verantwortlichen im Einsatzleitwagen (ELW) geschickt. Gefilmt oder fotografiert wird wahlweise mit digitalen, hochauflösen den 4K-Kameras oder einer hochsensiblen Wämebildkamera. Starten darf der Quadrocopter sogar in Flughafennähe, was bei handelsüblichen Drohnen mit einer Softwaresperre verhindert wird. „Der Katastrophenschutz hat hier weitgehende Rechte und Möglichkeiten“, betont Zarges. Allerdings müsse alles in enger Abstimmung mit dem Tower vorgenommen werden. Sicherheit hat immer höchste Priorität. Ein großes Manko hat das fliegende Auge des Kreis-Katastrophenschutzes allerdings: Die komplizierte Technik, die im Fluggerät steckt, ist feuchtigkeitsempfindlich und kann bei Regen nicht eingesetzt werden. Abhilfe soll eine Neuanschaffung bringen, die für das kommende Jahr im Budget für den Katastrophenschutz eingeplant ist. Neue Drohnen sind teils wasserdicht und können wegen leistungsfähigerer Batterien viel länger in der Luft bleiben. Sie sind allerdings auch deutlich teurer. Zarges rechnet mit mindestens doppelt so hohen An schaffungskosten.

Aus Gross-Gerauer Echo 27.10.21

 

2021 10 27 Drohme

Aus Gross-Gerauer Echo 27.10.21 Katastrophenschutz des Kreises übt mit der Drohne / Neues Gerät im nächsten Jahr 2021 10 27 Drohme

Drohnenpilot Philipp Klemstein (links) und Camera-Operator André Passler mit der Rettungsdrohne des Kreises. Foto: Samantha Pflug

GROSS-GERAU. Auf dem Pflaster auf der Rückseite des Feuerwehr-Stützpunkts in Groß-Ge rau liegt an diesem Tag eine Matte, markiert mit einem „H“. Es ist der Start- und Landeplatz für einen ganz besonderen Helfer: eine Rettungsdrohne. Als einer der ersten Landkreise in Deutschland hat der Kreis Groß Gerau im Jahr 2016 eine solche in Betrieb genommen. Sie ist am Samstag Teil einer Probe des Katastrophenschutzes gewesen. „Bei der gemeinsamen Übung sind Teilnehmer von Feuerwehren aus dem gesamten Kreisgebiet beteiligt“, erklärt Andreas Möstl, Leiter des Fachdienstes Einsatzplanung und Katastrophenschutz beim Kreis Groß Gerau. Bei der jüngsten Übung stehen die Planung und Koordinierung der Rettungskräfte und die Kommunikation untereinander der im Mittelpunkt – und die Vorführung des fliegenden Helfers mit den Adleraugen. Das gut 10 000 Euro teure Stück war bereits bei zahlreichen Einsätzen in der Luft, zum Beispiel beim Großbrand der Lagerhalle in Groß-Gerau-Nord vor einem Jahr oder beim mehrere Tage dauernden Waldbrand in Mörfelden-Walldorf im August 2020. Das sind beides Paradebeispiele für das Einsatzgebiet der Drohne: Wo es zu risikoreich wäre, Rettungskräfte in die Gefahrenzone zu schicken, weil beispielsweise die Situation vor Ort nur schwer ab schätzbar ist, startet die Drohne zum Aufklärungsflug. Es sind schwierige Anforderungen für Mensch und Material, weswegen jeder Drohnenpilot vor seinem ersten Einsatz zahlreiche Übungsstunden ab leisten muss. „Meine größte Herausforderung war der Brand der Tafel in Groß-Gerau“, sagt Philipp Klemstein – seine Premiere bei der Steuerung des Fluggeräts unter Einsatzbedingungen. Doch trotz der großen Herausforderungen und der Verantwortung für teures Gerät räumt er ein: „Es ist unheimlich zufriedenstellend, wenn man sein Können im Einsatz unter Beweis stellen kann.“ Rund 15 Minuten Flugzeit sind mit der Drohne möglich. Dank fünf Ersatzakkus, die innerhalb einer Stunde vollgeladen sind, kann sie bis auf kurze Servicestopps rund um die Uhr fliegen, wenn es die Sichtverhältnisse zulassen. Denn die Piloten steuern die Drohne immer mit Sichtkontakt. Um das zu erleichtern, sind spezielle Positionslichter angebracht. Acht Einsatzkräfte stehen als Piloten und als „Kundschafter“ bereit. „Die Arbeit ist aufgeteilt, damit sich der Pilot auf das Fliegen und der Kamera-Operator auf die Filmaufnahmen konzentrieren kann“, erklärt Björn Zarges vom Katastrophenschutz des Kreises. Das Bewegtbild wird in Echtzeit an die Verantwortlichen im Einsatzleitwagen (ELW) geschickt. Gefilmt oder fotografiert wird wahlweise mit digitalen, hochauflösen den 4K-Kameras oder einer hochsensiblen Wämebildkamera. Starten darf der Quadrocopter sogar in Flughafennähe, was bei handelsüblichen Drohnen mit einer Softwaresperre verhindert wird. „Der Katastrophenschutz hat hier weitgehende Rechte und Möglichkeiten“, betont Zarges. Allerdings müsse alles in enger Abstimmung mit dem Tower vorgenommen werden. Sicherheit hat immer höchste Priorität. Ein großes Manko hat das fliegende Auge des Kreis-Katastrophenschutzes allerdings: Die komplizierte Technik, die im Fluggerät steckt, ist feuchtigkeitsempfindlich und kann bei Regen nicht eingesetzt werden. Abhilfe soll eine Neuanschaffung bringen, die für das kommende Jahr im Budget für den Katastrophenschutz eingeplant ist. Neue Drohnen sind teils wasserdicht und können wegen leistungsfähigerer Batterien viel länger in der Luft bleiben. Sie sind allerdings auch deutlich teurer. Zarges rechnet mit mindestens doppelt so hohen An schaffungskosten. Aus Gross-Gerauer Echo 27.10.21